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Wir Senioren in Hattingen - Altern in Hattingen

Warum sollen sich Rentner in Hattingen engagieren, statt die Beine hochlegen oder sich treiben lassen?

Hohes Alter war in früherer Zeit eine Seltenheit. Es wurde in den wohlhabenderen Gesellschaftsschichten wegen der angesammelten Lebenserfahrung von den Zeitgenossen geschätzt und von den Betroffenen als Gnade empfunden - wenn es nicht mit schweren chronischen Leiden einherging. In den Bevölkerungsschichten aber, in denen die Menschen ständig um ihr Überleben kämpfen und hart arbeiten mussten, waren alte Menschen eher eine Last. Besonders prekär war ihre Situation, wenn sie körperlich kaum noch belastbar waren. Auch die Alten mussten in irgend einer Weise im Rahmen der Hauswirtschaft zu ihrem Lebensunterhalt beitragen, d.h. die Menschen mussten bis zu ihrem Lebensende arbeiten.

Durch die technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ist in unseren westlichen Ländern schwere körperliche Arbeit überflüssig, Arbeit insgesamt aber knapp geworden. Dennoch ist unsere Versorgung im arbeitsfreien Alter garantiert.

Aber es mehren sich Stimmen, die bei den Alten „zu viel freie Zeit“ (Tews) reklamieren. Erwartete man noch vor zwei Jahrzehnten von den Alten, daß sie sich zurückziehen u. das Feld gesellschaftlicher Aktivitäten den Jüngeren überlassen, wobei ehrenamtliche Tätigkeit in der nachberuflichen Lebensphase durchaus begrüßt, aber nicht gefordert wurde, so sieht man jetzt unter dem Eindruck gesellschaftl. Bedarfs u. der angeblichen Unbezahlbarkeit sozialer Dienstleistungen wieder Verpflichtungen statt Entpflichtung im Rentenalter. Dabei wird insbesondere auf altersspezifische Kompetenzentwicklungen der Alten hingewiesen: Erfahrung, Geduld, Besonnenheit, Weisheit.

An die „kompetenten, aktiven, neuen Alten“ (die neu- bzw. als Bürger umetikettierten Alten) soll im Hinblick auf ihre verfügbaren Zeitbudgets die Frage ihrer Nutzung gestellt werden unter dem Titel „gesellschaftliches produktives Alter“

Demographische Fakten und Trends

Deutschland liefert das Modell einer rapide alternden, westlichen Gesellschaft, die auf Kinder geringen Wert legt und Zuwanderung ablehnt.

2050 werden in Deutschland ca. 8 Mill. Menschen weniger (bei konstanter Geburtenrate, steigender Lebenserwartung und 200.000 mehr Zu- als Abwanderer) leben. Heute ist jede 10. 60jährige Frau kinderlos, in 20Jahren jede 4., in 30J ahren jede 3. Frau. Die Reproduktionsrate fällt ständig, z.Zt. liegt sie unter 1,4 Kinder.

Das bedeutet aber auch, dass die Alten allmählich die Großelternrolle verlieren, die wichtigste Rolle im Alter. Dass eine Gesellschaft Kindheit und Jugend als kreatives Potential braucht, wissen wir alle. Sie werden uns fehlen, wenn wir weiter versuchen, es uns ohne sie gemütlich zu machen.

2000 waren 17% der Bundesbürger >65 J., 2010 werden es 25%, 2050 30% sein. Jedes zweite Mädchen, das heute geboren wird, wird 100 Jahre alt.

Das Ruhrgebiet ist dem gesellschaftichen Alterungsprozess 7 Jahre voraus, da überdurchschnittlich viele Menschen (Jüngere, Berufstätige) abwandern, meist in den Süden.

Alter ist kein defizitärer Endzustand des Lebens.

Wir können das Leben auch noch im Alter gestalten, also sollten wir aktiv werden: körperlich und geistig, um uns ein gutes Lebensgefühl zu bewahren und auf der Höhe der Zeit zu bleiben.

Auch in Zukunft können Rentner lange und immer länger leben, wenn sie sich von der Vorstellung verabschieden: „Mehr Medizin = mehr Gesundheit“.

Die Lebenserwartung und -qualität hängt viel mehr vom individuellen Lebensstil, wie z.B. von körperlicher Bewegung, von Ernährungsgewohnheiten und von der Lebenszufriedenheit ab. D.h. wir müssen bei uns selbst anfangen, aktiv werden und uns anstrengen.

Eine zwar nicht neue, aber immer wichtigere Rolle für Senioren ist das sog. Ehrenamt in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen. Ehrenamt ist keine amtliche Tätigkeit, noch wird sie um irgend einer Ehrung willen geleistet.

Sie ist Ausdruck des Gefühls der Solidarität mit den Anderen, für oder mit denen der einzelne aktiv werden will. Die Solidarität ist der Kitt der Gesellschaft, ohne den keine Gesellschaft auf Dauer bestehen kann. In einer Wohlstandsgesellschaft, in der die Reichen immer reicher werden und die Armut zunimmt ist, die Solidarität allerdings in Gefahr.

Die Verhinderung wachsender Armut, auch von Altersarmut, ist ein vordringliches sozialpolitisches Ziel. Es geht nicht nur um „oben und unten“, sondern mehr noch um „drinnen und draußen“. Nur der kann den rechtlich geschützten Freiheitsraum nutzen, der nicht in Not und Elend lebt.

Statement: Senioren-Zeit-Hilfe Ferdinad Schmitz (Mitglied des Senioren-Forums)

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